IG Metall Halberstadt
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18.04.2019, 23:04 Uhr

Aktionstage zur 35-Stunden-Woche

Es ist Zeit für die Angleichung

  • 07.02.2019
  • Aktuelles, Metall und Elektro

In tarifgebundenen Betrieben der Geschäftsstelle Halberstadt wurden Ende Januar 2019 Aktionstage zur Angleichung der Arbeitsbedingungen mit großer Resonanz der Beschäftigten durchgeführt.

Fast 30 Jahre nach der Einheit arbeiten die Beschäftigten in den tarifgebundenen Betrieben der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie 38 Stunden in der Woche, statt 35 Stunden wie ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen. Aufs Jahr gerechnet ist das ein Monat, der im Osten länger gearbeitet wird. Trotz mehrerer Gesprächsrunden sind die Arbeitgeber von der Notwendigkeit der Angleichung noch nicht überzeugt. Deshalb haben wir in einigen tarifgebundenen Betrieben in unserer Geschäftsstelle Aktionstage in Form von Frühstücks-, Flugblatt- und Toraktionen durchgeführt. Dort haben wir die Beschäftigten gebeten, ein Votum für oder gegen die 35-Stunden-Woche abzugeben. Es war zwar nicht überraschend, dass diese Abstimmung zu 99,9 Prozent für die Verkürzung der Arbeitszeit ausfiel. Es ist aber überraschend, wie positiv die Stimmung in den Belegschaften ist, dieses Thema nun endlich engagiert anzugehen.

Wie ist der Stand der Gespräche?

Im Tarifabschluss der Metall-Elektro-Industrie 2018 in Sachsen-Anhalt wurden Gespräche über die Angleichung der Arbeitszeit vereinbart. Dazu fand der sogenannte Standortdialog zwischen IG Metall und Arbeitgeberverband im Herbst 2018 in vier Runden statt. Auch im Nachbarbezirk in Berlin-Brandenburg-Sachsen laufen intensive Gespräche.
Klar ist: die Positionen liegen noch weit auseinander. Damit es in nächster Zeit in den Tarifgebieten im Osten voran geht, braucht es jetzt unser Engagement aus den Betrieben und Solidarität – denn das Thema Angleichung bleibt auch in den anderen Branchen und in den noch nicht tarifgebundenen Betrieben ein brennendes Thema.
Im IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen wurde nach konstruktiven Gesprächen mit dem Arbeitgeberverband Berlin-Brandenburg im November 2018 ein Eckpunktepapier unterschrieben, dass die Grundlage für Verhandlungen für eine flächentarifliche Lösung bietet. Die Umsetzung dieser Eckpunkte wurde auf Intervention von westdeutschen Arbeitgeberverbänden und Gesamtmetall aufgeschoben.
Wir fordern die Arbeitgeber auf, sich dafür einzusetzen, dass die west- sowie die ostdeutschen Arbeitgeberverbände in Verbindung mit Gesamtmetall die Blockadehaltung gegen die vereinbarten Eckpunkte aufgeben und die Aufnahme von Verhandlungen konstruktiv begleiten.
Wenn wir uns nicht bewegen, bewegt sich nichts! Jetzt braucht es Diskussion und Aktionen in den Betrieben.
Macht mit bei einer betrieblichen Foto-Aktion für die 35. Mitmachen ist ganz einfach!

www.igmetall-bbs.de/35-Aktion