IG Metall Halberstadt
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22.03.2019, 02:03 Uhr

Ostdeutsche Stahlindustrie - Tarifrunde 2017

Warnstreik bei der Ilsenburger Grobblech GmbH

  • 15.03.2017
  • Aktuelles, Bildergalerie, Stahl

Ilsenburg – In der Zeit von 6:00 Uhr bis 8:00 Uhr nahmen ca. 250 Beschäftigte der Ilsenburger Grobblech GmbH an einem Warnstreik teil.

In der aktuellen Tarifrunde fordert die IG Metall für die 8.000 Beschäftigten der ostdeutschen Stahlindustrie eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5 Prozent, die Weiterführung der Tarifverträge zur Altersteilzeit und über den Einsatz von Werkverträgen. Zusätzlich wird die Initiierung eines Zukunftsdialogs gefordert um die ostdeutsche Stahlindustrie für den Ausbildungsmarkt attraktiver zu machen.

Die zweite Tarifverhandlung für die nordwestdeutsche Eisen- und Stahlindustrie wurde am 6. März ohne Ergebnis abgebrochen. Die Arbeitgeber hatten die historisch niedrigste Entgelterhöhung von 1,3 Prozent für 15 Monate angeboten. „Da sich die Tarifabschlüsse im Osten immer an den Abschlüssen in Nordrhein-Westfalen orientieren, bedeutet dieses Angebot auch für die ostdeutsche Stahlindustrie eine Eskalation des Konfliktes“, kommentiert Tatjana Stoll, 1. Bevollmächtigte und Geschäftsführerin der IG Metall Halberstadt.

 „Das Angebot ist eine Provokation für die gesamte Stahlindustrie“, so Stoll weiter. „Es liegt unterhalb der Inflationsrate und führt damit zu Reallohnverlust. Das ist den Belegschaften der ostdeutschen Stahlindustrie nicht zumutbar. Die Branche befindet sich in einer stabilen Situation, die Stahlpreise steigen weiter, die Auftragseingänge befinden sich auf leicht steigendem Niveau, die Auslastung der deutschen Stahlwerke ist gut. Es gibt keinen Grund für ein solch mickriges Angebot der Arbeitgeber. Es besteht jetzt die Chance auf eine vernünftige Entgelterhöhung in Verbindung mit beschäftigungssichernden Elementen sowie Perspektiven für junge Menschen. Diese Chance haben die Arbeitgeber bis heute nicht genutzt, deshalb hat die IG Metall auch die ostdeutsche Stahlindustrie zu Warnstreiks aufgerufen“.