IG Metall Halberstadt
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28.11.2022, 13:11 Uhr

Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 2022

150 Beschäftigte im Warnstreik bei KSM in Wernigerode

  • 02.11.2022
  • Aktuelles

150 Beschäftigte der Frühschicht folgten dem Aufruf der IG Metall Halberstadt zu einem Warnstreik in der aktuellen Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie am 02. November 2022 in der Zeit von 13.00 bis 14.00 Uhr bei KSM Castings Group GmbH in Wernigerode.

Bereits seit Juli ist die Forderung der IG Metall zur Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie bekannt: 8 Prozent mehr Entgelt für 12 Monate.

Nachdem der Verband der Metall- und Elektroindustrie Sachsen- Anhalt zwei Verhandlungsrunden ohne eigene Anstrengungen und eigenes Angebot verstreichen lassen hat, sind die Tarifvertragsparteien am 28.10.2022 zu einer dritten Verhandlung zusammengekommen – wenige Stunden vor Auslaufen der Friedenspflicht. Die Verhandlung endete allerdings bereits nach 50 Minuten.

Während die IG Metall sich weiter für den dauerhaften Erhalt der Kaufkraft der Beschäftigten und die Sicherung des privaten Konsums als Stütze der Konjunktur einsetzt, schlägt der Arbeitgeberverband eine Einmalzahlung in Höhe von 3000 Euro, gestreckt auf 30 Monate, vor – zu den Auszahlungsmodalitäten wollten die Arbeitgeber nichts sagen. Zu einem definierten prozentualen Angebot waren die Arbeitgeber ebenfalls nicht bereit und lassen so die Beschäftigten weiter im Regen stehen.

„Das Angebot der Arbeitgeber bedeutet einen dauerhaften Reallohnverlust für die Beschäftigten. Das werden wir nicht hinnehmen. Die Eskalation in dieser Tarifrunde haben die Arbeitgeber selbst verschuldet. Wir werden ihr provokantes Angebot mit flächendeckendem Arbeitskampf beantworten. Und zwar so lange, bis sie wieder zur Vernunft kommen und ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legen. Eine Einmalzahlung wiegt die monatlich gestiegenen Kosten nicht auf und ist im derzeitigen Kosten-Tsunami völlig unzureichend. Geld einer Einmalzahlung kann man eben auch nur einmal ausgeben, die monatlichen Ausgaben für das Tanken, für Energie und für Lebensmittel bleiben jedoch auf dauerhaft höherem Niveau.““ so Janek Tomaschefski, Geschäftsführer der IG Metall Halberstadt und Mitglied der Verhandlungskommission.

 

Weitere Warnstreiks und betriebliche Aktionen sind geplant und werden folgen.

 

Das taktieren der Arbeitgeber zeigt, dass sie offensichtlich nicht bereit sind, den Problemlagen der Beschäftigten und ihrer unternehmerischen Verantwortung im Sinne ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausreichend gerecht zu werden. „Statt uns über Wochen hinzuhalten und auf Zeit zu spielen, hätten die Arbeitgeber bereits vorausgegangene Runden nutzen können, um uns diesen nicht diskussionswürdigen Vorschlag zu präsentieren. Dann hätten wir diesen bereits deutlich früher im Papierkorb entsorgen können. Unsere Antwort darauf ist zum Auslaufens der Friedenspflicht - klar: Warnstreiks sind unvermeidbar und zwingend notwendig!“, so Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und Verhandlungsführer der IG Metall.