IG Metall Halberstadt
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06.03.2021, 12:03 Uhr

Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt

Dritte Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt: IG Metall fordert Sicherheit für Beschäftigung und Einkommen

  • 22.02.2021
  • Aktuelles, Metall und Elektro

Die IG Metall will Einkommen stärken, Beschäftigung sichern und Zukunft gestalten. ++ Gröger: Nullrunden werden wir nicht hinnehmen – Arbeitgeber provozieren Warnstreiks ab 2. März.

Hannover – Die dritte Tarifverhandlung für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie für Sachsen-Anhalt hat am heutigen Mittwoch stattgefunden. Ziel der IG Metall ist es, in dieser Tarifrunde die Kaufkraft zu stärken, Beschäftigung zu sichern und die Zukunft zu gestalten. Dafür fordert die IG Metall bei einer Laufzeit von zwölf Monaten ein Volumen von vier Prozent, das bei Arbeitszeitabsenkung für einen anteiligen Entgeltausgleich verwendet werden soll, um die Einkommenseinbußen der Beschäftigten abzufedern.

Deutlich kritisiert Thorsten Gröger, Verhandlungsführer der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, den Vorschlag des Arbeitgeberverbandes, der heute vorgelegt wurde: „Das Angebot der Arbeitgeber ist inhaltlich eine große Nullnummer und macht uns stock sauer. Für betriebliche Regelungen zu den Themen Beschäftigungssicherung und Transformation fehlen jegliche belastbare Zusagen. Diese sind in gerade in den unsicheren Zeiten für die Menschen in den Betrieben wichtig. Zudem ist die Idee der Arbeitgeber für 2021 eine Null-Runde zu vereinbaren und erst in 2022 einen Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung anzubieten, der weit bis 2023 reicht, schlicht inakzeptabel.“ Wenig Verständnis gab es von der Gewerkschaft ebenso für die Forderung der Arbeitgeber, die Laufzeit unverhältnismäßig in die Länge zu ziehen. In der aktuellen Situation brauche es aus Sicht der IG Metall die Möglichkeit mittelfristig auf veränderte Anforderungen zu reagieren.

Gröger macht klar: „Was wir brauchen, ist ein realistisches Angebot mit verbindlichen Regelungen zur Gestaltung der Zukunft. Wir erwarten, dass die Arbeitgeber konstruktiv mit uns daran arbeiten. Damit können sie endlich zeigen, dass sie bereit sind, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Mit Blick auf die Arbeitgeber heißt das ebenso: Schluss mit dem Versteckspielen hinter vorgeschobenen Argumenten wie dem, dass es Jahre brauchen würde, um den Abschwung aufzuholen. Unabhängige Fakten sprechen eine andere Sprache. Die Forderungen der IG Metall für die Tarifrunde 2021 sind angemessen und werden mit Kraft und Geschlossenheit durchzusetzen sein!“

„Die Arbeitgeber sagen uns, dass sie jetzt keine weiteren Belastungen für mehrere Jahre gebrauchen können. Zugleich nehmen sie die staatlichen Hilfeleistungen, wie steuerliche Mittel und Vergünstigungen bei Kurzarbeit gerne hin und schieben dabei die Verantwortung von sich weg. Wir können nicht nachvollziehen, dass die Beschäftigten zwar eine tragende Säule beim Meistern der Transformation sein sollen, die Arbeitgeber sie aber zugleich abspeisen wollen“, so Gröger verärgert.

Die Betriebe verändern sich aufgrund von Digitalisierung, E-Mobilität, Klimaschutz und Energiewende. Die IG Metall fordert deshalb betriebliche Zukunftstarifverträge zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten. Darin sollen verlässliche Beschäftigungs- und Produktionsperspektiven geregelt werden, zum Beispiel Zukunftsvereinbarungen für Standorte, Beschäftigungssicherung, Arbeitszeitabsenkung mit Entgeltausgleich und Sicherung der Aus- und Weiterbildung. Aber auch zum Thema Ausbildung und Übernahme: Fehlanzeige bei den Arbeitgebern.

Abschließend stellt der Verhandlungsführer deutlich heraus: „Die IG Metall ist auch unter Pandemie-Bedingungen voll handlungsfähig. Das gilt ganz besonders mit Blick darauf, dass das Ende der Friedenspflicht mit Ablauf des 1. März immer näher rückt. Die Arbeitgeber sollten jetzt aufhören sich darauf zu berufen, dass es nichts zu verteilen gibt. Sie provozieren mit ihrem Verhalten Warnstreiks ab dem 2. März.“