IG Metall Halberstadt
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26.01.2021, 12:01 Uhr

Gleichstellungspolitik

IG Metall fordert für Frauen besseren Schutz vor Gewalt

  • 24.11.2020
  • Aktuelles

Alle 45 Minuten ist eine Frau häuslicher Gewalt ausgesetzt +++ Am Arbeitsplatz wurde jede sechste Frau schon sexuell belästig +++ Die IG Metall fordert mehr Betriebsvereinbarungen für partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz

Hannover - Häusliche Gewalt ist alltäglich. Die aktuelle Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts (BKA) für 2019 zeigt: Statistisch gesehen ist alle 45 Minuten eine Frau gefährlicher Körperverletzung oder Partnerschaftsgewalt ausgesetzt. Es ist zu befürchten, dass durch die Corona-Pandemie häusliche Gewalt weiter zunimmt.

„Diese Zahl ist erschreckend. Es ist wichtig, wachsam zu sein, Betroffene auf Hilfsangebote hinzuweisen und sie zu unterstützen. Wir brauchen aber auch einen deutlichen Ausbau von Schutzräumen. Die Kapazitäten in Frauenhäusern reichen oftmals nicht aus“, sagt Louisa Mertens, Bezirkssekretärin der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt aus Anlass des Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November. In Deutschland, aber auch weltweit, nimmt häusliche Gewalt zu. Und trotzdem fehlen drei Jahre nach der Ratifizierung der Istanbul-Konvention weiterhin flächendeckende Beratungsstellen für Opfer häuslicher Gewalt.

Laut BKA wurden im vergangenen Jahr 141.792 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Vermutet wird, dass es eine weit höhere Dunkelziffer an Gewalttaten gibt. 2019 wurde fast jeden dritten Tag eine Frau durch ihren (Ex-) Partner getötet, so die BKA Kriminalstatistik. Zu mehr als 80 Prozent sind Frauen die Leidtragenden, aber auch Männer sind betroffen.

Als Gewerkschaft richtet die IG Metall ein besonderes Augenmerk auf Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz. Zahlen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes belegen: Am Arbeitsplatz wurde schon jede sechste Frau in Deutschland sexuell belästigt. Es gibt gute betriebliche Beispiele, die das Verhalten am Arbeitsplatz regeln. „Arbeitgeber fordern wir auf, betriebliche Anlaufstellen im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes einzurichten. Wir brauchen mehr Betriebsvereinbarungen, die partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz fördern und regeln“, erklärt Mertens. „Unser Ziel ist ein respektvolles und solidarisches Miteinander von Frauen und Männern. Das heißt auch, Grenzen wahrzunehmen und zu akzeptieren.“

In den vergangenen Jahren wurden die Hilfsangebote für Frauen ausgeweitet:

  • Das Hilfstelefon (kostenlos und rund um die Uhr nutzbar): https://www.hilfetelefon.de/, 08000 116 016 
  • Das Elterntelefon (anonym, kostenlos, Mo-Fr 9 bis 17 Uhr, zusätzlich Di und Do 17 bis 19 Uhr):                       https://www.nummergegenkummer.de/elterntelefon.html, 08001110550
  • In zahlreichen Supermärkten gibt es Anlaufstellen. Das Codewort „Maske 19“ führt zu einer schnellen Hilfe, wenn Frauen es in Apotheken oder beim Arzt verwenden.
  • Die Initiative „Stärker als Gewalt“ informiert zum Thema und bietet Hilfsangebote auf einen Blick: www.staerkeralsgewalt.de